Freitag, 1. Mai 2026

Höhenangst

In unserem Dorf hat sich vor Jahren ein Storchenpaar niedergelassen. Vor Jahren blieb einer sogar über den Winter hier und wurde von einigen Bewohnern liebevoll gefüttert. Im Jahr darauf kam zur Freude aller Nachwuchs auf die Welt. - Diese wahre Geschichte hat mich zu dieser Fantasiegeschichte geführt, von der ich hoffe, dass sie dir gefällt und du sie gerne liest. - Habt einen fantastischen 1. Maifeiertag!

Die Sonne schien herrlich an diesem Morgen im beschaulichen Dorf Klapperhausen. Die Wiesen leuchteten in einem satten Grün und die Schornsteine blitzten im Sonnenlicht. Alles war perfekt – nur nicht für Kalle, den ängstlichen Jungstorch.

Kalle saß nicht etwa stolz am Rand des riesigen Reisig-Nestes auf dem alten Kirchturm und beschaute von dort oben die Welt, nein, er drückte sich so flach in die Mitte des Nestes, dass er fast mit dem Nistmaterial verschmolz.

„Das ist eine absolute Fehlplanung!“, schimpfte er mit seinen Eltern, die er vorwurfsvoll und mit zu Schlitzen zusammengekniffenen Augen ansah. „Von allen Möglichkeiten hier im Ort musstet ihr ausgerechnet dieses Nest hier oben wählen? Warum konntet ihr mich nicht auf dem Boden unten am gemütlichen Ententeich ausbrüten? Oder in einer Garage? Versteht ihr? Unten … am Boden … wäre ich gerne geboren worden.

Mama Storch klapperte amüsiert. „Kalle, mein Schatz, du bist ein Storch, keine Ente. Störche lieben die Aussicht!“

„Ich aber nicht. Ich liebe es, am Boden zu sein und nicht in luftiger Höhe“, konterte Kalle. „Und überhaupt“, schimpfte er weiter, „diese ganze Sache mit dem Fliegen und so, die ist mir total suspekt. Die Luft hat keine Balken! Verstehst du, Mama! Die trägt mich nicht. Ich will hier sofort runter. Aber ich werde unter keinen Umständen … fliegen und diese … diese … Feder-Dinger da benutzen. Auf gar keinen Fall mache ich das.“ Dabei sah er auf seine Flügel, als handele es sich um defekte Regenschirme, die sich nicht zum Fliegen eignen.

Papa Storch hatte jedoch eine Idee. Er wusste, dass Kalle zwar ängstlich, aber auch furchtbar neugierig und ein kleiner Feinschmecker war. „Schade“, sagte er deshalb beiläufig und putzte sich eine Feder, „unten auf der Wiese, direkt am Bachlauf, hat der Bauer heute Morgen den großen Heuwender benutzt. Es wimmelt dort nur so von den dicksten, saftigsten Fröschen, die ich je gesehen habe. Aber na ja, wenn du nicht fliegen magst, musst du hier oben bleiben … ich fliege jetzt jedenfalls los und freue mich schon auf all die Delikatessen.“

Kalles Magen knurrte bei der Vorstellung so laut, dass das Nest zu vibrieren schien. Er robbte sich vorsichtig bis zum Rand und warf einen winzigen Blick über die Kante. Da sah er sie: die saftige Wiese. Und dort! War das nicht ein leckerer grüner Hüpfer?

„Ich muss da hin“, murmelte er, „aber ohne zu fliegen!“ Er stellte sich vor, am Blitzableiter herunterzuklettern oder vielleicht konnte er sich abseilen. Egal wie! Er musste nach unten. Das wurde ihm klar.

„Kalle“, sagte Mama sanft, „was wäre, wenn du gar nicht fliegst, sondern einfach losrennst? Weißt du, wie ich es meine? Du stellst dir einfach vor, dass du mit deinen langen Beinen zum gedeckten Tisch rennst. Oder noch anders. Du breitest deine Flügel aus und rutscht wie auf einer unsichtbaren Rutsche nach unten. Ich verspreche dir, dass es klappen wird und du auf diese Weise nach unten gleiten kannst.“

Schließlich war es der Hunger, der über seine Angst siegte. Kalle schloss vorsichtshalber die Augen, dachte währenddessen an den größten Frosch, den er jemals verspeist hatte, breitete seine Flügel aus und rannte los.

„Ich renne! Ich renne!“, rief er aufgeregt. „Ich renne in der Luuuuuuft!“

Und tatsächlich stürzte er nicht ab, sondern der Wind setzte sich unter seine großen Schwingen und trug ihn davon. Er glitt durch die Luft und die kühle Brise fühlte sich wie eine riesige weiche Hängematte an.

Mit einem etwas unsanften „Plopp“ landete er direkt neben einem verdutzten Frosch im weichen Gras. Kalle blinzelte. Er war unten. Er war tatsächlich unten auf dem Boden. Und: er lebte! Es war einfach herrlich!

Als seine Eltern neben ihm landeten, plusterte er sich stolz auf. „Na gut“, sagte er schmatzend, „das mit dem Runterrutschen war okay. Aber jetzt bleibe ich hier unten und werde niiieee wieder dort hinauffliegen!“

Nie wieder dauerte etwa zehn Minuten, denn ab da sah man Kalle, wie er begeistert Thermik-Kreise über dem Kirchturm drehte.

„Guckt mal“, rief er von dort oben seinen Eltern zu, ich kann fliegen wie ein Segelflieger!“

Seine Höhenangst war von einer Sekunde auf die andere verschwunden und eines war klar: von dort oben sah man die Leckerbissen einfach viel früher.

 

© Martina Pfannenschmidt, 2026


Diese Geschichte nimmt an Elkes froher und kreativer Linkparty teil!

 

Samstag, 25. April 2026

Klassischer Fall von …

Beim letzten Mal hatte ich ja schon angekündigt, dass es eine weitere Geschichte mit Emil, dem Esel, und Müsli, der Maus, geben wird. 

Hier ist sie! Viel Freude beim Lesen! 


Der junge Esel Emil und die kleine Maus Müsli verbrachten einen wunderbaren Vormittag in der Nähe des Bachlaufes. Die Sonne schien warm und brachte das graue Fell des Esels zum Glänzen.

„Was denkst du“, fragte Müsli in diesem Moment, „wollen wir auf die andere Seite der Weide gehen? Dort soll der Klee besonders üppig wachsen. Und wir könnten einen kleinen Spaziergang machen.“

Doch dann geschah etwas Unerwartetes. Statt darauf etwas zu erwidern oder loszugehen, stemmte Emil seine Hufe besonders fest in den Boden.

„Was ist los, Großer?“, piepste Müsli, die auf Emils rechtem Ohr saß und sich an einem Haarbüschel festhielt. „Der Klee wartet.“

Emil schnaubte kurz, während er die weiße Rinde einer Birke in seiner Nähe anstarrte.

Was Müsli nicht ahnte: im Kopf des Esels passierte etwas Neues. Da war plötzlich ein Gefühl, das ihm deutlich signalisierte: Nein!

Kein Nein aus Angst und auch kein Nein, weil er müde war, sondern ein … ziemlich störrisches: NEIN!

„Ich gehe nirgendwohin“, sagte Emil dann.

Müsli rutschte ein kleines Stückchen an seiner Stirn hinunter, bis sie genau zwischen seinen Augen saß. „Bist du verletzt? Hast du eine Distel im Huf?“, fragte sie besorgt.

„Nein“, erwiderte Emil ungerührt, senkte den Kopf, bis seine Nüstern fast den Boden berührten und machte seinen Rücken ganz steif. „Ich möchte nicht.“

Müsli legte die Pfoten in die Hüften. „Wie, du möchtest nicht?! Setz eine Hufe vor die andere, wie du es sonst auch getan hast und in Nullkommanix sind wir bei dem leckeren Klee angekommen!“

Vorsichtig versuchte sie, den Esel anzuschieben, doch das hatte denselben Effekt, als wenn eine Fliege versuchen würde, eine Kuh vom Eis zu treiben. Als der Versuch kläglich scheiterte, versuchte die Maus es mit gutem Zureden und sogar mit einem kleinen Tanz auf seinem Rücken. Aber Emil blieb wie versteinert. Er hatte seine Ohren seitlich weggeklappt und sein Blick war starr auf den Baum gerichtet.

Je mehr Müsli drängelte, desto fester schienen seine Hufe mit der Erde zu verwachsen.

„Jetzt weiß ich es“, murmelte Müsli, kletterte von Emil herunter und setzte sich erschöpft auf einen Kieselstein. „Das Störrische. Davon hat mir meine Oma erzählt. Wenn ein Esel beschließt, ein Denkmal zu werden, dann wird er ein Denkmal.“

Emil sagte nichts. Irgendwie genoss er die Situation, die im Verweigern und im Stillstehen lag. Während Müsli auf ‚weiter‘ drängte, beschloss er ‚halt‘ zu sagen. Emil fühlte sich richtig mächtig in diesem Moment.

Nach einiger Zeit seufzte Müsli. „Na gut. Wenn wir hierbleiben, dann bleiben wir halt hier.“

Während Emil immer noch völlig unbeweglich in der Landschaft herumstand, begann die Erde direkt neben dem Kieselstein zu beben. Ein kleiner Hügel warf sich auf. Die dunkle Erde krümelte zur Seite, bis sich schließlich eine kleine rosa Nase zeigte, gefolgt von zwei kräftigen Schaufelpfoten.

„Was ist denn hier los?“, brummelte eine tiefe, leicht heisere Stimme. „Man kommt ja gar nicht zum Mittagsschlaf, weil ihr zwei euch zankt!“

Es war Paule, der Maulwurf. Er blinzelte mit seinen winzigen Augen in das helle Sonnenlicht, während er eine imaginäre Brille zurechtzurücken schien.

In dem Moment sah er Müsli auf dem Stein sitzen. Anschließend wanderte sein Blick die langen, grauen Beine von Emil hinauf, bis er den starren Blick des Esels erreichte.

„Ah“, sagte Paule und stützte sich gemütlich auf den Rand seines Erdhügels. „Ich sehe das Problem. Klassischer Fall von störrischem Esel.“

Müsli sprang auf. „Paule! Kannst du ihm nicht sagen, dass der Klee da vorne viel besser schmeckt und er sich endlich in Bewegung setzen soll?“

Paule lachte kurz auf. „Spar dir den Atem, Müsli. Ich lebe schon seit Generationen unter diesen Weiden und schon mein Urgroßvater hat mir von störrischen Eseln erzählt. Wenn die Hufe erst mal Wurzeln schlagen, dann hilft kein Schieben und kein Ziehen und auch kein Zureden.“

Dann wandte er sich Emil zu, der immer noch kein Ohr rührte. „Wisst ihr“, fuhr der Maulwurf fort und kratzte sich am Bauch, „mein Urgroßvater traf mal einen Esel, der stand drei Tage lang vor einer Pfütze, ohne zu trinken. Und dann fiel er einfach um.“

Emil zuckte kurz mit dem linken Ohr. Paule bemerkte es sofort.

„Sie sind sehr stolz auf ihre Sturheit“, flüsterte der Maulwurf Müsli zu. Natürlich laut genug, damit Emil ihn auch hören konnte. „Wenn du meinen Rat hören möchtest. Lass ihn einfach hier stehen und geh allein auf die andere Seite.“

Emil schnaubte empört. „Ich bin kein bisschen störrisch“, brummte er.

„Du bist störrisch, mein Lieber“, entgegnete Paule. „Du stehst da wie ein riesiger Felsbrocken und denkst keine Minute daran, wie sich das für deinen Freund anfühlt. Naja, Freund! Auf einen Freund wie dich kann man wohl verzichten.“

Sprach es und verschwand mit einem leichten Rascheln im Erdreich.

Plötzlich fühlte sich Emil gar nicht mehr gut und schon gar nicht ‚mächtig‘. Er wollte doch ein guter Freund für Müsli sein und kein Denkmal oder Felsbrocken.

In dem Moment schaute die Maus Emil direkt in die Augen. „Wie siehts aus, Großer?“, fragte sie ein weiteres Mal. „Willst du warten, bis du Moos ansetzt oder gehen wir jetzt zum Klee?“

Und genau in diesem Moment hob Emil den ersten Huf...

 

© Martina Pfannenschmidt, 2026


Diese Geschichte nimmt an Elkes froher und kreativer Linkparty teil!

 

 

Dienstag, 21. April 2026

Herr Graufell und Weißfellchen

Tiere inspirieren mich immer wieder zu Geschichten. Heute begeben wir uns unter die Erde, wo Herr Graufell auf uns wartet. - Ja und in der nächsten Geschichte, das verrate ich heute schon mal, geht es noch einmal um Emil, den Esel, und Müsli, die Maus. Auch in der Geschichte wird ein Maulwurf eine Rolle spielen. - Aber jetzt wünsche ich euch zunächst einmal viel Freude beim Lesen dieser Geschichte! - Schön, dass du da bist!


Tief unter der Erde, wo Dunkelheit herrscht, ist das Zuhause von Herrn Graufell. Der Maulwurf war bei all den kleinen Tieren, die in der Tiefe der Erde wohnten, für seine Liebe zu Berichten aus der örtlichen Zeitung bekannt.

Jeden Morgen, nachdem ihm die Zeitung zugestellt worden war, griff er zu seiner Brille, setzte sich in seinen gemütlichen Schaukelstuhl und las mit größter Begeisterung die neuesten Nachrichten aus dem Tierreich.

Doch an diesem Morgen war alles anders. Ein kleines Missgeschick in der Nacht hatte seine Brille in zwei Teile zerbrochen. Aber ohne seine Brille konnte Herr Graufell kaum etwas erkennen, geschweige denn seine heißgeliebte Zeitung lesen.

Verzweifelt tastete er nach den Seiten, seufzte tief und wiegte sich traurig im Schaukelstuhl.

Just, als er glaubte, dass dieser Tag kein Glückstag für ihn werden könnte, nahm er ein leises Rascheln am Eingang seines Erdganges wahr. Neugierig lugte er auf und sah – oder besser: erahnte – eine kleine Maus, die vorsichtig seine Stube betrat.

„Entschuldigung, ich glaube, ich habe mich verlaufen“, piepste die Maus und sah sich um. „Mein Name ist Weißfellchen – und wo bitte bin ich hier gelandet?“

„In meinem Wohnzimmer!“, antwortete der Maulwurf. „Fühl dich willkommen. Ich bin Herr Graufell und wie du vielleicht weißt, können Maulwürfe nicht gut sehen, weshalb ich eigentlich eine Brille trage. Eigentlich! Doch nun ist sie kaputt und ich kann meine geliebte Zeitung nicht mehr lesen“, fiel er sogleich mit der Tür ins Haus. „Deshalb geht es mir gerade nicht so gut. Man möchte doch wissen, was in der Welt geschieht, nicht wahr?“

Weißfellchen kicherte kurz, hüpfte auf den Tisch, und meinte: „Ach, das ist doch gar kein Problem! Ich kann schauen wie eine Eule bei Nacht und lesen kann ich auch. Gib mir deine Zeitung und ich lese dir vor!“

Herr Graufell strahlte zum ersten Mal an diesem Tag. Gemeinsam breiteten sie die Zeitung auf dem Tisch aus. Weißfellchen räusperte sich kurz und las würdevoll die erste Nachricht des Tages: „Wetterbericht: Heute bleibt es mild, weshalb unterirdisch mit vermehrtem Regenwürmer-Aufkommen zu rechnen ist.“

„Das klingt nach perfektem Wetter für einen Spaziergang durch die Tunnel“, sagte Herr Graufell schmunzelnd.

„Lokale Nachrichten: Die Kaninchenfamilie Feldhoppel hat Nachwuchs bekommen. Sechs kleine Kaninchen hoppeln nun durch die Wiesen.“

Die Maus kicherte. „Stell dir vor, so viele Kinder! Glaubst du, die Eltern können sich all die Namen merken?“

„Wahrscheinlich nennen sie sie einfach Nummer Eins bis Sechs“, witzelte Herr Graufell.

Weißfellchen las weiter: „Ein Igel wurde heute dabei erwischt, wie er aus Versehen im Kreis lief. Offensichtlich war sein Kompass defekt.“

Beide prusteten los vor Lachen. Sie sprachen darüber, wie es wohl wäre, wenn auch Maulwürfe Kompasse hätten, und philosophierten über die Orientierung im Dunkeln.

Während die Maus weiter vorlas, diskutierten die beiden eifrig über das Wetter, das Kaninchenchaos auf der Wiese und darüber, dass auch Igel mal einen schlechten Tag haben dürfen.

Herr Graufell erzählte von seiner Angst, nie wieder selbst lesen zu können, als die Maus philosophierte: „Weißt du, manchmal sieht man mit dem Herzen besser als mit den Augen.“

Dann überlegten beide, wie man die Brille des Maulwurfs reparieren könnte und bastelten bald darauf eine Notfallbrille aus Draht und einem alten Löffelstiel. Vorsichtig setzten sie das Glas der alten Brille dort ein. Es hielt. Zumindest halbwegs. Und Herr Graufell erkannte begeistert, dass er damit zumindest die großen Überschriften lesen konnte.

Von diesem Tag an besuchte Weißfellchen den neuen Freund jeden Morgen und las ihm aus der Zeitung vor. Anschließend diskutierten und lachten sie über die Berichte.

Wer hätte gedacht, dass aus einem Missgeschick und einer zufälligen Begegnung eine wunderbare Freundschaft entstehen würde.

Schlecht sehen zu können, war nur noch halb so schlimm mit einem Freund an seiner Seite, der einem die Welt vorlas.

© Martina Pfannenschmidt, 2026


Diese Geschichte nimmt an Elkes froher und kreativer Linkparty teil!

 

 

Freitag, 17. April 2026

Es ist nur dein Spiegelbild

An diesem herrlichen Sonnentag erleben der junge Esel Emil und die kluge Maus Müsli (aus der letzten Geschichte) ein weiteres kleines 'Abenteuer'. - Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen!

Nachdem Emil mit wehenden Ohren davongaloppiert war, wandte sich Barnabas wieder dem saftigen Gras zu.

Nun stand der junge Esel ein wenig versonnen da. Müsli, die kleine Maus, nutzte diesen Moment, um sich mit ihren Krallen am Fell des Esels festzuhalten, um ganz nach oben auf seinen Rücken zu gelangen. Bald darauf saß sie keck dort und piepste, während sie mit einer Pfote auf einen glitzernden Streifen am Rande der Koppel zeigte: „Sieh nur, da vorne! Lass uns dorthin gehen, wo es so herrlich glitzert.“

Emil hielt noch ein Weilchen inne und schaute in die Richtung, in die die Maus zeigte. Was war das? Dort war etwas in Bewegung.

Langsam näherten sich die beiden dem Objekt, das Emil neu war. Das Wasser des schmalen Baches sprang munter über die kleinen Steinchen, die sich darin befanden. Vorsichtig näherte sich der Esel dem Ufer. Das Plätschern des Wassers klang für ihn wie ein unbekanntes Lied, das er noch niemals zuvor gehört hatte.

Als er den Kopf senkte, um von dem Wasser zu trinken, prustete er plötzlich erschrocken zurück. „Das gibt’s doch nicht, Müsli!“, rief er erschrocken aus. „Dort in dem Wasser ist ein anderer Esel! Schau nur. Er sieht genauso aus, wie ich. Er hat dieselben großen Augen und die gleichen puscheligen Ohren. Das ist ein bisschen unheimlich, oder?“

Müsli wäre fast vor Lachen vom Rücken des Esels gefallen. „Emil, du musst wirklich noch viel lernen. Das bist DU in dem Wasser dort. Es ist dein Spiegelbild! Verstehst du! Das Wasser ist wie ein Spiegel.“

Mutig wagte Emil daraufhin einen zweiten Blick. Er bewegte ein Ohr – der Esel im Wasser tat es auch. Er streckte die Zunge heraus – der andere Esel tat dasselbe. Emil musste schmunzeln. Es schien ihm, dass die Maus nicht flunkerte. Er sah sich selbst in dem Wasser dort. Und schon fühlte er sich nicht mehr klein und unscheinbar, denn der Esel dort im Wasser sah ganz schön groß und mutig aus.

Doch plötzlich gab es ein lautes Platsch!  … direkt vor seinen Nüstern. Ein grünes, glitschiges Etwas war mit einem weiten Satz im Bach gelandet.

„Was ist das nun wieder? Ein Stein, der springen kann?“, fragte Emil erstaunt.

„Ich bin doch kein Stein, Quak!“ empörte sich der Frosch. „Und wenn, dann wäre ich ein Stein mit Beinen und den hab ich noch nie gesehen“, lachte er, während er auf ein großes Blatt sprang und stolz seine Backen aufblähte.

„Mein Name ist Hoppy“, stellte er sich den beiden vor. „Und wenn ihr gleich zurückgeht auf die Wiese, dann passt bitte auf die gelben Schlüsselblumen auf, die ihre Köpfchen dort im Wind wiegen.“

Emil blickte zu einer Gruppe von Schlüsselblumen und begriff, dass der Frühling nicht nur aus tausend Farben, sondern auch aus vielen ihm unbekannten Begegnungen bestand.

Bald darauf verabschiedeten sich die beiden von dem Frosch und Müsli flüsterte dem Esel ins Ohr: „Siehst du, Emil, wenn man hinhört, erzählen jedes Blatt und jeder Frosch eine Geschichte.“

Emil war müde von all den neuen Eindrücken, deshalb legte er sich ins warme Gras, ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen und erfreute sich an dem Plätschern des Baches.

Sein Herz klopfte immer noch, aber nicht mehr vor Angst - es klopfte vor reinem Glück.

 

© Martina Pfannenschmidt, 2026

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Freitag, 10. April 2026

Plötzlich geschah es!

Erinnert ihr euch an Emil, den kleinen Esel aus der Geschichte: 

Die große bunte Welt?

Heute gibt es die Fortsetzung, denn plötzlich geschah es … die Tore öffneten sich!

 

Ein schweres Rumpeln drang durch den Stall, gefolgt vom Quietschen alter Scharniere. Emil hielt für einen Moment gespannt den Atem an. Es wurde immer heller im Stall, je weiter sich die Tore öffneten. Emil kniff ein wenig die Augen zusammen, da das Licht ihn blendete. Doch es war nicht nur das Licht, das ihm in dieser Intensität unbekannt war. Da war noch etwas … ein Duft, der anders roch als das Stroh, das ihm vertraut war. Es roch nach ... feuchter Erde, nach frischem Grün und nach … unendlicher Weite.

Als ihn der Bauer sacht aufforderte, seinen gewohnten Stall zu verlassen, setzte Emil vorsichtig einen Huf vor den anderen. Je näher er dem Licht kam, umso mehr hatte er das Gefühl, von einer warmen Decke umhüllt zu werden. Herrlich war es, dieses Gefühl!

Als Emil über die Schwelle trat, kitzelte die Sonne an seinen Nüstern, so dass er ein wenig prustete, woraufhin ein vertrautes Piepen zu hören war.

„Siehst du!“, rief Müsli, die kleine Maus, die oben auf dem Türbalken saß und sich die Barthaare putzte. „Ich hab’s dir doch gesagt: eines Tages wird der Bauer die Tore öffnen und du wirst den Frühling sehen!“

Emil wagte sich ein Stück weiter und trat auf den Hof vor dem Stall. Der Boden fühlte sich ungewohnt an.

Als sich der kleine Esel umsah, schaute er mit schiefem Kopf auf den grünen Busch vor ihm. Dort saß ein winziges Wesen, das er noch niemals zuvor gesehen hatte. Es war noch viel kleiner als Müsli, die Maus. Neugierig näherte er sich dem winzigen Wesen mit dem leuchtend roten Panzer und den sieben schwarzen Punkten.

„Hallo kleiner Esel“, begrüßte ihn der Käfer mit heller Stimme freundlich.
„Wer bist du?“, fragte Emil staunend.
„Ich bin ein Marienkäfer“, erklärte der kleine Kerl und krabbelte ein Stück höher. „Ich genieße die ersten Sonnenstrahlen, so wie du! Weißt du, der Frühling ist die Zeit, in der alles aufwacht. Das Gras reckt sich der Sonne entgegen, die Bäume treiben ihre Blätter aus und wir Käfer kommen aus unseren Winterverstecken hervor. Es ist, als würde die ganze Welt wieder erwachen.“

Emil blickte sich weiter um. Überall sah er das zarte Grün, von dem Müsli gesprochen hatte. Ein sanfter Windhauch strich dabei durch sein Fell und ließ seine Ohren ein wenig wackeln. Das fühlte sich ungewohnt, aber lustig an und er spürte eine unbändige Freude in sich. Er, Emil, der kleine graue Esel, war nun ein Teil dieser großen, bunten Welt.

Mit einem kleinen, übermütigen Freudensprung landete er mitten im weichen Gras. Müsli flitzte am Boden neben ihm her und Emil ahnte, dass das Abenteuer für ihn gerade erst begonnen hatte.

Während er noch über den Marienkäfer nachsann, fiel sein Blick auf eine recht große Gestalt am Ende der Koppel. Unter einer großen, alten Eiche stand ein Tier, das viel größer war als er selbst. Sein Fell war dicht und silbergrau und seine weiße Mähne wehte sanft im Wind.

Vorsichtig, fast auf Zehenspitzen, näherte sich Emil dem Pferd mit den klugen und gütigen Augen.

„Na, kleiner Abenteurer?“, dröhnte die tiefe Stimme des Pferdes, das sich als Barnabas vorstellte und ihn fragte, ob er den Weg raus aus dem sicheren Stroh gut gefunden hatte.

Emil nickte daraufhin und erwiderte: „Es ist nur alles so groß hier draußen und so hell! Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Ist es immer so aufregend hier?“

Das alte Pferd schnaubte leise, bevor es antwortete: „Wenn der Frühling mit einem lauten Paukenschlag beginnt und die Natur erwacht, ist es wahrlich aufregend. Aber weißt du, was ich in all den vielen Jahren, die ich nun schon lebe, erkannt habe?“

Barnabas legte eine kleine Pause ein, so dass Emil seine Ohren spitzte. Sogar Müsli, die kleine Maus, rückte noch ein wenig näher heran, als das Pferd fortfuhr: „Hab keine Eile, Emil! Die Welt läuft dir nicht davon. Die Menschen, ja, die rennen oft, aber wir Tiere dürfen den Rhythmus der Erde spüren. Wenn du lernst, dem Wachsen des Grases zuzuhören und beginnst, den Wind zu verstehen, dann wirst du dich draußen genauso geborgen fühlen wie in deinem Stall. Denn weißt du, Emil, Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben – Mut bedeutet, loszugehen, obwohl das Herz ein bisschen stärker klopft.“

Emil schaute hinauf zu dem alten Pferd und spürte, wie seine eigene Unsicherheit schwand. Er fühlte sich plötzlich groß und frei.

„Danke“, flüsterte Emil, drehte sich um und galoppierte ein paar übermütige Schritte über die Wiese, wobei seine Hufe kleine Erdklümpchen in die Luft wirbelten. In dem Moment wusste er: Nicht nur der Stall war sein zuhause, sondern die ganze Welt!

 

© Martina Pfannenschmidt, 2026


Diese Geschichte nimmt an Elkes froher und kreativer Linkparty teil!

Montag, 6. April 2026

Lenja und das Osterwunder

Der Ostermontag lud mit seinem herrlichen Wetter zu einem Waldspaziergang ein. Und so machte sich Familie Weber auf den Weg. Die Luft roch herrlich nach feuchtem Moos und nach … Frühling.

Während die Eltern entspannt schlenderten, hüpfte das 'Nesthäkchen' Lenja mit ihren geflochtenen Zöpfen vorneweg.

Ihre großen Brüder, Jonas und Tim, zwinkerten sich verschmitzt zu. „Du, Lenja“, begann Jonas, „ich glaub, ich hab vorhin im Gebüsch buntes Papier gesehen. Das war bestimmt ein Schokoladenosterei, das der Osterhase verloren hat, als er gestern hier langgehoppelt ist.“

Lenja riss die Augen weit auf. „Echt jetzt?“

„Ganz sicher!“, bekräftigte Tim.

Während Lenja eifrig unter jedem Farnblatt suchte, ließen die Jungs im perfekten Teamwork immer wieder bunte Schokoeier in kleine Astgabeln oder auf Baumstümpfe fallen, an denen ihre kleine Schwester gerade vorbeigegangen war.

„Guck mal hier!“ Oder: „Guck mal dort!“, riefen sie und Lenja quietschte bei jedem Fund vor Glück.

Was die Jungs nicht ahnten: Sie waren nicht allein. Hinter einer dicken Eiche lugte Zwerg Wurzelputz hervor und beobachtete das Spiel.

Als Jonas ein goldenes Ei besonders auffällig auf einen flachen Stein legte und Lenja kurz ablenkte, huschte Wurzelputz flink wie ein Wiesel hervor und schnappte sich das Ei, um es an anderer Stelle abzulegen.

„Hier muss eines liegen, Lenja!“, rief Jonas und zeigte auf den leeren Stein. Er stutzte. „Hä? Da hab ich doch gerade …“ Das Mädchen suchte den Boden ab und rief nach einer Weile: „Da oben! Schaut mal!“

Das goldene Ei klemmte plötzlich zwei Meter hoch in einer Baumspalte, die Jonas niemals hätte erreichen können.

Wenig später passierte das Nächste: Tim versteckte ein blaues Ei in einem hohlen Baumstamm. Doch als seine Schwester hineingriff, zog sie statt einem Schokoladenei nur eine leere Nussschale heraus. Das blaue Ei lag stattdessen mitten auf dem Wanderweg.

Die Jungs wurden nervös: „Hast du das da hingelegt?“, flüsterte Tim. Jonas schüttelte den Kopf. „Keine Chance.“

Etwas später platzierten sie das schönste und größte Ei, das sie dabeihatten, im weichen Moos. Doch als Lenja es greifen wollte, wanderte es weiter – wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen.

Das Mädchen strahlte. „Habt ihr das gesehen?! Das war bestimmt der Osterhase. Er ist hier und spielt Verstecken mit uns!“

Die großen Jungs schluckten und sahen sich mit großen Augen um. Sie waren sich sicher: Hier stimmte etwas nicht!

In dem Moment raschelte es verdächtig im Unterholz, so dass die ganze Familie gebannt schaute. Wie aus dem Nichts erschien zwischen all dem Moos und den Wurzeln eine kleine Gestalt mit einer roten Zipfelmütze. Sie verbeugte sich tief und meinte: „Es ist doch viel zu schade, Ostern nur den Kleinen zu überlassen. Oder?“

Die Brüder sahen sich erschrocken an, während Lenja hell auflachte: „Ich hab’s gewusst: der Osterhase hat Gehilfen.“

Und so schnell Wurzelputz erschienen war, so schnell war er auch wieder verschwunden.

Schweigend und aufmerksamer als jemals zuvor ging die Familie weiter.

Niemand versteckte mehr etwas und niemand suchte mehr etwas, denn alle fühlten, dass der Wald voller Geheimnisse steckte.

Als sie am Waldrand ankamen, drehte sich das Mädchen noch einmal um und flüsterte: „Bis nächstes Jahr.“

Und irgendwo zwischen den Bäumen lachte der Frühling.

© Martina Pfannenschmidt, 2026

 

Diese Geschichte nimmt an Elkes froher und kreativer Linkparty teil.

Sonntag, 5. April 2026

Wie aus dem Ei gepellt

Der April zeigte sich von seiner besten Seite. Die Forsythien leuchteten in einem fast unverschämten Gelb und die Luft roch nach frischem Gras und dem Versprechen von Frühling.

Für Herrn Schmidt, den pensionierten Mathelehrer, war das Osterfest in jedem Jahr Anlass genug, um sich besonders elegant zu kleiden.

In diesem Jahr war Pastell der Trend und er ging mit der Zeit. Er hatte sich ein Sakko in einem sanften Pfirsichton zugelegt und kombinierte es mit einer akkurat gepressten Hose in Eierschalenweiß.

Seine Lederschuhe waren so gründlich mit hochwertigem Wachs poliert, dass sich die bunten Ostereier darin hätten spiegeln können.

„Perfekt!“, murmelte er vor dem Spiegel, während er seine dezent gemusterte Seidenkrawatte zurechtrückte.

Als er das Haus verließ, traf er auf Frau Meyer, die gerade dabei war, ihren Enkeln beim Suchen im Vorgarten zuzusehen. Sie hielt inne, rückte ihre Brille zurecht und rief bewundernd: „Aber hallo, Herr Schmidt! Sie sehen ja aus wie aus dem Ei gepellt!“

Herr Schmidt neigte huldvoll sein Haupt. „Man gibt sein Bestes, Frau Meyer. Ostern ist schließlich nur einmal im Jahr.“

Zufrieden und mit einem federnden Schritt machte er sich auf den Weg. Sein Ziel: die alte St. Marienkirche. Er wollte früh genug da sein, um einen Platz in der mittleren Bankreihe zu ergattern. Dort schien das Licht so herrlich durch die bunten Glasfenster, dass es sein Outfit am vorteilhaftesten in Szene setzen würde.

Doch es sollte anders kommen. Genau in dem Moment, als er den Kirchplatz betrat, schlug das Wetter um. Ein plötzlicher, heftiger Aprilschauer fegte über das Kopfsteinpflaster. Die Menschen rannten schnell Richtung Kirche. Herr Schmidt entschied sich jedoch für das Vordach des Gemeindehauses. Nervös strich er über sein Sakko. Glück gehabt! Alles saß immer noch makellos.

In diesem Augenblick bemerkte er Frau Kofler, eine ältere Dame aus der Nachbarschaft, die mit ihrem Rollator sichtlich mit den tückischen, nassen Pflastersteinen kämpfte. Vorne im Korb lagen drei wunderschöne, selbstgebackene Osterzöpfe für das anschließende Kirchencafé.

Herr Schmidt sah, dass sich der Rollator gefährlich zur Seite neigte und Frau Kofler dadurch ins Schwanken geriet. Er erstarrte, doch sein Gehirn rechnete in Millisekunden aus, was geschehen würde: ‚Wenn ich jetzt vorspringe, lande ich direkt in der großen Pfütze. Meine eierschalweiße Hose wäre bespritzt und das Sakko durch den Regen in einem desolaten Zustand.‘ Doch in der Sekunde, in der die Osterzöpfe drohten, direkt in den Matsch zu segeln, sah Herr Schmidt das ängstliche Gesicht der Frau, machte einen Satz und sprang von seinem trockenen Podest Richtung Frau Kofler und mitten in die Pfütze hinein. Es machte „Klatsch“ – und braunes Regenwasser schoss hoch und hinterließ ein abstraktes Muster aus Dreckspritzern auf seinen eierschalweißen Hosenbeinen. Er fing Frau Kofler am Arm ab, stabilisierte mit der anderen Hand den Rollator und rettete dadurch die Frau und die Osterzöpfe.

„Herr Schmidt!“, rief diese atemlos. „Oh Gott, Ihre schöne Kleidung! Ich bin untröstlich.“

Herr Schmidt blickte an sich herab. Er war ruiniert. Sein Sakko war völlig durchnässt, die Hose besudelt. Er sah jetzt aus wie ein nasser, vom Schlamm bespritzter Pfirsich.

Doch zu seiner eigenen Überraschung antwortete er: „Es ist nur Stoff, Frau Kofler!“, und genau das fühlte er in diesem Moment.

Gemeinsam betraten die beiden anschließend die Kirche. Herr Schmidt versuchte nicht mehr, sich in die Mitte zu setzen. Er schlüpfte lieber in die letzte Reihe, um seine Flecken zu verbergen. Doch nach dem Gottesdienst, beim Osterkaffee, blieb sein Missgeschick nicht unbemerkt.

Frau Meyer kam auf ihn zu, sah das Desaster an seinen Beinen und setzte an: „Aber Herr Schmidt, Sie sahen heute Morgen doch noch aus, wie …“, als Frau Kofler sie sanft unterbrach: „Wissen Sie, Frau Meyer, Herr Schmidt sah heute Morgen zwar aus wie aus dem Ei gepellt, doch zu einem wahren Engel wurde er erst in dem Moment, als er mir helfend zur Seite sprang – direkt in eine Pfütze hinein.“

Herr Schmidt spürte, wie er rot wurde – nicht vor Scham, sondern vor Wärme. Er sah auf seine schmutzigen Schuhe und lächelte. In diesem Moment begriff er etwas Wichtiges: Die 'Schale' – das perfekte Äußere – war nur die Verpackung. Was die Menschen wirklich berührte, war der Kern darunter.

Und so verbrachte er eine wundervolle Zeit beim gemeinsamen Osterfrühstück und kümmerte sich nicht mehr um seine Bügelfalten und fühlte sich nach langer Zeit wieder so richtig lebendig. 


Frohe Ostern!

 

© Martina Pfannenschmidt, 2026

 

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