Sonntag, 2. Februar 2020

Spiegel des Himmels (Gedicht)


Ich schließe die Augen und höre dein Rauschen,
dein Glucksen und Gurgeln und Möwengeschrei.
So war es schon immer, seit ewigen Zeiten
ist das wohl dein Schicksal und Fügung zugleich.

Erzählst uns Geschichten vom endlosen Werden,
vom Kommen und Gehen, vom Leben und Sein.
Im Spiel der Gezeiten warst lang du schon vor mir
und wirst es bleibend und fortwährend sein.

Die Wolken, die Sonne und nachts Mond und Sterne,
sie spiegeln sich in dir, doch ändern dich nicht.
Denn du bleibst unendlich, geheimnisumwoben,
der Spiegel des Himmels, Beginn allen Seins.

Welch tiefes Geheimnis liegt in dir verborgen?
Welch Schätze des Ewigen hältst du verwahrt?
Ist Tod dort? Ist Leben? Nur Stille und Frieden?
Der Sitz allen Anfangs? Ein heiliger Ort?

Ich kann nur voll Demut auf all das hier schauen,
auf Wellen und Winde, auf Klippen und Strand,
kann ehrfürchtig werden vor all diesem Zauber,
voll Schönheit und doch voller Urgewalt.

© Martina Pfannenschmidt, 2020

Kommentare:

  1. Ein wunderschönes Gedicht,von Dir liebe Martina.
    Ich liebe auch das Meer, dass den Himmel spiegelt...
    Alles liebe.
    Gruß Helga

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    1. Danke, Helga! - Und die Aussicht darauf, es in diesem Jahr wieder zu besuchen, erfreut mich schon jetzt. - LG Martina

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  2. Guten Morgen liebe MArtina,
    da sind Dir wieder wunderbare Worte und Reime von der Feder gehüpft!
    Herzlichen Dank für das wunderschöne Gedicht!
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine freundliche neue Woche!
    ♥️ Allerliebste Grüße,Claudia ♥️

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    1. Auch dir ganz lieben Dank, liebe Claudia!
      Hab auch du eine glückliche Woche!
      LG Martina

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  3. Ach Martina, es ist richtig schön, wieder so schöne Worte von Dir zu lesen. Ich plane gerade Urlaub und obwohl ich eigentlich am liebsten überall sein möchte und alles mal sehen möchte, würde ich doch nie auf einen Tag am Meer verzichten wollen. LG Tanja

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    1. Das Meer übt auf mich eine besondere Anziehungskraft aus und ich bin immer traurig, wenn ich wieder fahren und mich verabschieden muss.
      Danke dir für den Kommentar und ganz liebe Grüße! Martina

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  4. welch ein wundervolles schönes gedicht liebe Martina..damit nimmst du mich
    mit direkt hinein in deine Empfindungen und Gedanken...
    dir zuzuhören
    wie du es sprichst
    muss den genuss der Worte im Klang noch verstärken.
    herzlich Angelface.

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    1. Ich danke dir sehr - und in der Tat durfte ich es kürzlich vortragen.
      Es gibt immer mal wieder einen Nachmittag in unserem kleinen Dorf, an dem eine frühere Lehrerin Gedichte vorträgt. Dazu bin ich dann immer eingeladen und darf eigene vorlesen. - Dieses hier habe ich extra für den Nachmittag geschrieben. Das Thema war natürlich: Meer! - Ganz liebe Grüße hin zu dir und Danke nochmal! Martina

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