Joschua konnte nicht einschlafen. Immer wieder wanderten seine Gedanken zu Frau Schmittke und ihren Hund. Er kannte die beiden zwar kaum, dennoch hatte er tief in sich das Gefühl, als müsse er ihnen helfen. Aber wie?
Die ganze Nacht
über wälzte er sich in unruhigem Schlaf hin und her.
Als er morgens
aufstand zeigte der Wecker bereits 11 Uhr.
Josch schlurfte in
die Küche, wo seine Mutter Gemüse für das Mittagessen schnippelte.
„Ach du je, wie
siehst du denn aus?“
Na, großartig! Das
war mal ein freundlicher Empfang.
„Tut mir leid,
Josch, aber du siehst ein bisschen zerrupft aus. Wie ein Papagei, der sich
seine Federn rausgerupft hat.“
„Das ist nicht
lustig, Ma! Ich habe schlecht geschlafen, weil ich das Gefühl habe, dass wir
der alten Frau und ihrem Hund helfen sollten.“
„Sollten wir
das?“, fragte Mama.
Josch würde gerne
zu der alten Frau gehen und schauen, wie es ihr und dem Hund geht, aber er
wollte nicht allein hingehen. Auf der anderen Seite wollte er seine Mutter aber
auch nicht fragen, ob sie mitkommen würde. Schließlich war er kein kleiner
Junge mehr. Aber er kannte die Frau ja kaum und vielleicht fände sie es auch
komisch, wenn er sich in ihr Leben einmischte. Es war zum Verzweifeln.
Lena schmunzelte.
Da wollte ihr Sohn schon groß sein, fand es blöd, einen Adventskalender und
eine Wichteltür zu bekommen, doch in diesem Moment war er doch noch ihr kleiner
Junge, der einen kleinen Schubser gut gebrauchen konnte.
„Was hältst du
davon, wenn wir zwei die alte Dame heute besuchen. Wir könnten schauen, wie es
ihr geht, vielleicht nehmen wir ein paar Kekse mit und eine Kanne mit Tee. Was
hältst du davon?“
Josch strahlte. Er
hatte es schon immer gewusst, dass seine Mama voll okay war. Dennoch sagte er,
als müsse er sich die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen: „Ja,
vielleicht! Mal sehen!“
Innerlich freute
er sich aber wie ein kleines Kind, dass seine Mutter ihm die Entscheidung so
leicht gemacht hatte.
Pünktlich zu 15
Uhr machten sich Mutter und Sohn mit Tee und Keksen auf den Weg zu der alten
Dame.
Nachdem sie
geklingelt hatten, hörten sie Filou bereits aufgeregt hinter der Haustür
bellen, doch es dauerte lange, bis die Tür geöffnet wurde.
Joschua erschrak
ein wenig. Frau Schmittke schien noch kleiner geworden zu sein. Sie ging sehr
gebückt und ihre Haut war weiß und noch faltiger als früher.
Doch als sie ihn
und seine Mutter erkannte, ging ein Strahlen über ihr Gesicht und in den
freundlichen Augen blitzten kleine Freudensternchen auf.
„Na, das ist ja
eine Überraschung. Mögt ihr reinkommen.“
Sie hatte große
Mühe, Filou zu beruhigen, der sogleich an den beiden Besuchern hochsprang.
„Filou, aus!“
Doch der Hund
hörte nicht auf sein Frauchen.
„Eigentlich ist er
der liebste Hund der Welt“, sagte sie, während sie die Tür weit öffnete, um
Lena und Joschua ins Haus zu lassen. „Aber seit ich ihn nur noch in den Garten
herauslassen kann fehlen ihm unsere Spaziergänge. Der Hund hat halt noch mehr
Energie als ich.“
Bald darauf saßen
sie alle gemeinsam in der gemütlichen kleinen Stube. Mama goss Tee in die
mitgebrachten Tassen und stellte die Dose mit den selbstgebackenen Keksen auf
den Tisch.
Frau Schmittke
griff beherzt zu.
„Spritzgebäck ist
mein Lieblingsgebäck zur Weihnachtszeit!“, sagte sie. „Früher habe ich es immer
gebacken. Aber heute geht das leider nicht mehr.“
Fortsetzung folgt
Liebe Martina, wie schön, dass die beiden die alte Dame besuchen. Auch für Filou ist dieser Besuch sicherlich wohltuend, und wer weiß, vielleicht finden sie gemeinsam eine Lösung, wie allen geholfen sein könnte. Wir werden es erfahren, vielleicht schon morgen - es bleibt spannend.
AntwortenLöschenIch denke gerade an unsere Senta, die mich immer bei meinen Spaziergängen begleitet hat, ich vermisse sie sehr. Mein Mann und ich haben aber beschlossen, keinen Hund mehr aufzunehmen - und dann zog mein Sohn mit Familie bei uns ein und zur Familie gehört auch Blue, vor dem ich anfangs ein wenig Angst hatte. Jetzt sind wir aber Freunde geworden und das tut so gut. Blue wandert, bevor er nach draußen geht, immer mal kurz durch unsere Wohnung unten und schaut nach, was es so neues gibt. Das tut gut!
Herzliche Grüße und bis morgen
Regina
Unser Haus ist hundefrei - ganz zum Leidwesen unserer Jüngsten. - Aber wir wissen alle ganz genau, dass sie gar keine Zeit für einen Hund hätte, was sie natürlich anders sieht. ;-) - Unsere Tochter hätte allerdings auch sehr gerne einen Hund. Aber: dto! Auch sie hat und hätte keine Zeit. - Würde bedeuten, dass die Spaziergänge an meinem Mann 'hängen blieben', was momentan zwar ganz gut ginge, aber man weiß ja nicht, wie lange noch.
LöschenDeshalb bleibt es wohl vorerst dabei, dass wir keinen Hund haben.
Hab einen schönen Abend und einen besinnlichen 3. Advent!
Schauen wir, wie es weitergeht mit der Geschichte.
Lieben Gruß! Martina
na.. da bahnt sich ja etwas an ;)
AntwortenLöschenich bin eher ein Katzenmensch
aber die Kinder haben Hunde
LG
Rosi
Wir haben in unserer Familie tatsächlich nur 'Hundemenschen' - es ist kein einziger 'Katzenmensch' dabei.
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