Samstag, 13. Dezember 2025

Adventskalendergeschichte - Samstag, 13. Dezember

Joschua konnte nicht einschlafen. Immer wieder wanderten seine Gedanken zu Frau Schmittke und ihren Hund. Er kannte die beiden zwar kaum, dennoch hatte er tief in sich das Gefühl, als müsse er ihnen helfen. Aber wie?

Die ganze Nacht über wälzte er sich in unruhigem Schlaf hin und her.

Als er morgens aufstand zeigte der Wecker bereits 11 Uhr.

Josch schlurfte in die Küche, wo seine Mutter Gemüse für das Mittagessen schnippelte.

„Ach du je, wie siehst du denn aus?“

Na, großartig! Das war mal ein freundlicher Empfang.

„Tut mir leid, Josch, aber du siehst ein bisschen zerrupft aus. Wie ein Papagei, der sich seine Federn rausgerupft hat.“

„Das ist nicht lustig, Ma! Ich habe schlecht geschlafen, weil ich das Gefühl habe, dass wir der alten Frau und ihrem Hund helfen sollten.“

„Sollten wir das?“, fragte Mama.

Josch würde gerne zu der alten Frau gehen und schauen, wie es ihr und dem Hund geht, aber er wollte nicht allein hingehen. Auf der anderen Seite wollte er seine Mutter aber auch nicht fragen, ob sie mitkommen würde. Schließlich war er kein kleiner Junge mehr. Aber er kannte die Frau ja kaum und vielleicht fände sie es auch komisch, wenn er sich in ihr Leben einmischte. Es war zum Verzweifeln.

Lena schmunzelte. Da wollte ihr Sohn schon groß sein, fand es blöd, einen Adventskalender und eine Wichteltür zu bekommen, doch in diesem Moment war er doch noch ihr kleiner Junge, der einen kleinen Schubser gut gebrauchen konnte.

„Was hältst du davon, wenn wir zwei die alte Dame heute besuchen. Wir könnten schauen, wie es ihr geht, vielleicht nehmen wir ein paar Kekse mit und eine Kanne mit Tee. Was hältst du davon?“

Josch strahlte. Er hatte es schon immer gewusst, dass seine Mama voll okay war. Dennoch sagte er, als müsse er sich die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen: „Ja, vielleicht! Mal sehen!“

Innerlich freute er sich aber wie ein kleines Kind, dass seine Mutter ihm die Entscheidung so leicht gemacht hatte.

Pünktlich zu 15 Uhr machten sich Mutter und Sohn mit Tee und Keksen auf den Weg zu der alten Dame.

Nachdem sie geklingelt hatten, hörten sie Filou bereits aufgeregt hinter der Haustür bellen, doch es dauerte lange, bis die Tür geöffnet wurde.

Joschua erschrak ein wenig. Frau Schmittke schien noch kleiner geworden zu sein. Sie ging sehr gebückt und ihre Haut war weiß und noch faltiger als früher.

Doch als sie ihn und seine Mutter erkannte, ging ein Strahlen über ihr Gesicht und in den freundlichen Augen blitzten kleine Freudensternchen auf.

„Na, das ist ja eine Überraschung. Mögt ihr reinkommen.“

Sie hatte große Mühe, Filou zu beruhigen, der sogleich an den beiden Besuchern hochsprang.

„Filou, aus!“

Doch der Hund hörte nicht auf sein Frauchen.

„Eigentlich ist er der liebste Hund der Welt“, sagte sie, während sie die Tür weit öffnete, um Lena und Joschua ins Haus zu lassen. „Aber seit ich ihn nur noch in den Garten herauslassen kann fehlen ihm unsere Spaziergänge. Der Hund hat halt noch mehr Energie als ich.“

Bald darauf saßen sie alle gemeinsam in der gemütlichen kleinen Stube. Mama goss Tee in die mitgebrachten Tassen und stellte die Dose mit den selbstgebackenen Keksen auf den Tisch.

Frau Schmittke griff beherzt zu.

Spritzgebäck ist mein Lieblingsgebäck zur Weihnachtszeit!“, sagte sie. „Früher habe ich es immer gebacken. Aber heute geht das leider nicht mehr.“

 

Fortsetzung folgt

 

 

 

 

 

 


4 Kommentare:

  1. Liebe Martina, wie schön, dass die beiden die alte Dame besuchen. Auch für Filou ist dieser Besuch sicherlich wohltuend, und wer weiß, vielleicht finden sie gemeinsam eine Lösung, wie allen geholfen sein könnte. Wir werden es erfahren, vielleicht schon morgen - es bleibt spannend.
    Ich denke gerade an unsere Senta, die mich immer bei meinen Spaziergängen begleitet hat, ich vermisse sie sehr. Mein Mann und ich haben aber beschlossen, keinen Hund mehr aufzunehmen - und dann zog mein Sohn mit Familie bei uns ein und zur Familie gehört auch Blue, vor dem ich anfangs ein wenig Angst hatte. Jetzt sind wir aber Freunde geworden und das tut so gut. Blue wandert, bevor er nach draußen geht, immer mal kurz durch unsere Wohnung unten und schaut nach, was es so neues gibt. Das tut gut!
    Herzliche Grüße und bis morgen
    Regina

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    1. Unser Haus ist hundefrei - ganz zum Leidwesen unserer Jüngsten. - Aber wir wissen alle ganz genau, dass sie gar keine Zeit für einen Hund hätte, was sie natürlich anders sieht. ;-) - Unsere Tochter hätte allerdings auch sehr gerne einen Hund. Aber: dto! Auch sie hat und hätte keine Zeit. - Würde bedeuten, dass die Spaziergänge an meinem Mann 'hängen blieben', was momentan zwar ganz gut ginge, aber man weiß ja nicht, wie lange noch.
      Deshalb bleibt es wohl vorerst dabei, dass wir keinen Hund haben.
      Hab einen schönen Abend und einen besinnlichen 3. Advent!
      Schauen wir, wie es weitergeht mit der Geschichte.
      Lieben Gruß! Martina

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  2. na.. da bahnt sich ja etwas an ;)
    ich bin eher ein Katzenmensch
    aber die Kinder haben Hunde
    LG
    Rosi

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    1. Wir haben in unserer Familie tatsächlich nur 'Hundemenschen' - es ist kein einziger 'Katzenmensch' dabei.

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