Donnerstag, 8. Januar 2026

Der kleine Unfugmacher

Weit entfernt von Städten und Lärm, inmitten einer glitzernden Schneelandschaft, lebte eine fröhliche SchneehasenfamiliePapa HoppelMama Möhre und ihre beiden Kinder, Lümmel und seine Schwester Flocke.

Der Bau der Familie lag versteckt unter einer alten Fichte. Die Eltern hatten sie mit Moos und weichen Blättern warm ausgepolstert.

Jeden Tag hüpften die beiden Hasenkinder voller Freude durch den tiefen Schnee. Ihre kleinen Pfoten hinterließen dabei lustige Spuren und ihre Ohren wippten im kalten Wind.

Lümmel war ein richtiger Wirbelwind! Kein Schneehügel schien ihm zu hoch und kein Streich zu verrückt.

An diesem Tag hatte er sich wieder etwas Lustiges einfallen lassen. Er rollte kleine Kugeln aus dem Schnee und machte daraus ein Schneehäschen. Anschließend stibitzte er aus der Vorratskammer zwei Möhren, die als Ohren für das Schneehäschen dienten.

Als Lümmel langweilig wurde, bewarf er seine Schwester mit einem Schneeball. Anschließend rutsche er die Mini-Schneelawine herunter. Flocke freute sich darüber und beide Hasenkinder kugelten sich lachend durch den Schnee.

Natürlich blieb dieser Spaß nicht unbemerkt, weshalb Papa aus dem Bau schaute. Er schüttelte seine langen Ohren und rief mit gespielter Strenge: „Ich zieh dir gleich das Fell über die Ohren, mein Junge!“

Mama Möhre schmunzelte. Sie wusste genau, dass Papa das nie ernst meinte – es war sein Lieblingsspruch, wenn sein Sohn wieder einmal Blödsinn machte.

Am Abend, als der Himmel in Rosa und Gold leuchtete, kroch die Hasenfamilie müde in ihren Bau. Flocke war noch ganz aufgewühlt von all den Erlebnissen des Tages, weshalb sie schlecht einschlafen konnte und als sie endlich schlief, schlich sich ein schrecklicher Traum in ihren Kopf. Sie sah ihren Bruder, der ganz allein, splitternackt und bibbernd vor Kälte draußen im Schnee stand. Flocke spürte, wie die Angst sie packte, und begann leise zu weinen.

Als Mama Möhre die Tränen bemerkte, rückte sie noch etwas näher an ihre Tochter heran und strich ihr beruhigend über das Ohr. Dann fragte sie sanft: „Was ist denn los, mein Schatz?“ Flocke erzählte schluchzend von ihrem Traum vom frierenden Bruder und vom Fell, das fehlte. Mama Möhre lächelte und drückte Flocke ganz fest an sich. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen“, flüsterte sie liebevoll. „Dein Bruder ist frech und er bleibt immer unser kleiner Unfugmacher – aber stets mit warmem Fell und noch wärmerem Herzen. Und Papa meint das nie wirklich so, wie er immer sagt. Das weißt du doch.“

Am nächsten Morgen weckte Flocke ihren Bruder. Die Sonne glitzerte auf dem Schnee, und alles sah friedlich aus. Gemeinsam hüpften sie hinaus, bauten eine riesige Schneeburg mit einem geheimen Tunnel und veranstalteten ein Wettrennen um den größten Schneehügel. Lümmel dachte sich wieder kleine Streiche aus und Flocke half ihm lachend dabei.

Papa Hoppel beobachtete die beiden aus der Ferne, lachte und rief: „Ihr seid wirklich die wildesten Hasenkinder im ganzen Wald!“

Am Abend, als alle wieder im Bau zusammenrückten, erzählte Flocke stolz, wie tapfer sie den schlimmen Traum der letzten Nacht überstanden hatte. Und so beschloss die Familie, am nächsten Tag gemeinsam eine Schneeballschlacht zu machen und anschließend Karottenkekse zu essen.

Von diesem Tag an wusste Flocke, dass Träume manchmal erschreckend sein können, aber sie hatte auch gelernt, dass die Familie immer füreinander da ist.

Und so lebten sie glücklich und verspielt weiter, jeden Tag mit neuen Abenteuern, aber immer mit einem warmen Fell über den Ohren!

 

© Martina Pfannenschmidt, 2026




 

3 Kommentare:

  1. Liebe Martina, so eine niedliche Geschichte erzählst du uns heute. Vielen Dank dafür, es tut gut, deine Geschichten zu lesen und zu genießen.
    Herzliche Grüße
    Regina

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    1. Ganz lieben Dank! Es braucht ja manchmal nur den Satz einer anderen Person - schon geht es los im Kopf. Eine Bekannte sagte: "Ich habe heute zwei Hasen auf dem Feld gesehen und gedacht, wie gut dass die ein dickes Fell haben."
      Liebe Abendgrüße!
      Martina

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  2. den Spruch bkenn ich auch noch von früher..
    wenn es einer zu dolle getrieben hatte ..
    eine süße Geschichte
    liebe Grüße
    Rosi

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