Weit entfernt von Städten und Lärm, inmitten einer glitzernden Schneelandschaft, lebte eine fröhliche Schneehasenfamilie: Papa Hoppel, Mama Möhre und ihre beiden Kinder, Lümmel und seine Schwester Flocke.
Der Bau der
Familie lag versteckt unter einer alten Fichte. Die Eltern hatten sie mit Moos und weichen Blättern warm
ausgepolstert.
Jeden Tag
hüpften die beiden Hasenkinder voller Freude durch den tiefen Schnee. Ihre
kleinen Pfoten hinterließen dabei lustige Spuren und ihre Ohren wippten im
kalten Wind.
Lümmel war ein
richtiger Wirbelwind! Kein Schneehügel schien ihm zu hoch und kein Streich zu
verrückt.
An diesem Tag
hatte er sich wieder etwas Lustiges einfallen lassen. Er rollte kleine Kugeln
aus dem Schnee und machte daraus ein Schneehäschen. Anschließend stibitzte er aus der
Vorratskammer zwei Möhren, die als Ohren für das Schneehäschen dienten.
Als Lümmel
langweilig wurde, bewarf er seine Schwester mit einem Schneeball. Anschließend
rutsche er die Mini-Schneelawine herunter. Flocke freute sich darüber und beide
Hasenkinder kugelten sich lachend durch den Schnee.
Natürlich
blieb dieser Spaß nicht unbemerkt, weshalb Papa aus dem Bau schaute. Er
schüttelte seine langen Ohren und rief mit gespielter Strenge: „Ich zieh dir
gleich das Fell über die Ohren, mein Junge!“
Mama Möhre
schmunzelte. Sie wusste genau, dass Papa das nie ernst meinte – es war sein
Lieblingsspruch, wenn sein Sohn wieder einmal Blödsinn machte.
Am Abend, als
der Himmel in Rosa und Gold leuchtete, kroch die Hasenfamilie müde in ihren
Bau. Flocke war noch ganz aufgewühlt von all den Erlebnissen des Tages, weshalb
sie schlecht einschlafen konnte und als sie endlich schlief, schlich sich ein
schrecklicher Traum in ihren Kopf. Sie sah ihren Bruder, der ganz allein,
splitternackt und bibbernd vor Kälte draußen im Schnee stand. Flocke spürte,
wie die Angst sie packte, und begann leise zu weinen.
Als Mama Möhre
die Tränen bemerkte, rückte sie noch etwas näher an ihre Tochter heran und
strich ihr beruhigend über das Ohr. Dann fragte sie sanft: „Was ist denn los,
mein Schatz?“ Flocke erzählte schluchzend von ihrem Traum vom frierenden Bruder
und vom Fell, das fehlte. Mama Möhre lächelte und drückte Flocke ganz fest an
sich. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen“, flüsterte sie liebevoll. „Dein
Bruder ist frech und er bleibt immer unser kleiner Unfugmacher – aber stets mit
warmem Fell und noch wärmerem Herzen. Und Papa meint das nie wirklich so, wie
er immer sagt. Das weißt du doch.“
Am nächsten
Morgen weckte Flocke ihren Bruder. Die Sonne glitzerte auf dem Schnee, und
alles sah friedlich aus. Gemeinsam hüpften sie hinaus, bauten eine riesige
Schneeburg mit einem geheimen Tunnel und veranstalteten ein Wettrennen um den
größten Schneehügel. Lümmel dachte sich wieder kleine Streiche aus und Flocke
half ihm lachend dabei.
Papa Hoppel
beobachtete die beiden aus der Ferne, lachte und rief: „Ihr seid wirklich die
wildesten Hasenkinder im ganzen Wald!“
Am Abend, als
alle wieder im Bau zusammenrückten, erzählte Flocke stolz, wie tapfer sie den
schlimmen Traum der letzten Nacht überstanden hatte. Und so beschloss die
Familie, am nächsten Tag gemeinsam eine Schneeballschlacht zu machen und
anschließend Karottenkekse zu essen.
Von diesem Tag
an wusste Flocke, dass Träume manchmal erschreckend sein können, aber sie hatte
auch gelernt, dass die Familie immer füreinander da ist.
Und so lebten
sie glücklich und verspielt weiter, jeden Tag mit neuen Abenteuern, aber immer
mit einem warmen Fell über den Ohren!
© Martina Pfannenschmidt, 2026
Liebe Martina, so eine niedliche Geschichte erzählst du uns heute. Vielen Dank dafür, es tut gut, deine Geschichten zu lesen und zu genießen.
AntwortenLöschenHerzliche Grüße
Regina
Ganz lieben Dank! Es braucht ja manchmal nur den Satz einer anderen Person - schon geht es los im Kopf. Eine Bekannte sagte: "Ich habe heute zwei Hasen auf dem Feld gesehen und gedacht, wie gut dass die ein dickes Fell haben."
LöschenLiebe Abendgrüße!
Martina
den Spruch bkenn ich auch noch von früher..
AntwortenLöschenwenn es einer zu dolle getrieben hatte ..
eine süße Geschichte
liebe Grüße
Rosi