Momentan habe ich das Gefühl, hin und wieder ein kleines bisschen aus der Jahreszeit zu fallen – und ich erzähle euch auch, warum das so ist.
Ich
sitze auf dem Holzpodest und lasse meine Beine im Wasser des Pools baumeln. Der
Himmel über mir ist blau, neben mir steht ein Glas Wasser, auf dem Kopf trage
ich einen Sonnenhut und völlig unerwartet summe ich … ein Weihnachtslied.
Ganz
leise natürlich, um nicht in Erklärungsnot zu geraten … zu spät … meine
Tochter, die vor mir auf der Luftmatratze im Pool liegt, öffnet die Augen und
sieht mich irgendwie komisch an.
„Mama“,
sagt sie langsam, „hast du noch alle Kugeln am Christbaum?“
Ich
ziehe die Sonnenbrille ein Stück nach unten und bemühe mich um einen sehr
würdevollen Gesichtsausdruck.
„Selbstverständlich“,
sage ich, „sogar die silbernen. Ich stimme mich nur ein.“
„Und
auf was? Auf hitzefrei im Dezember?“
„Auf
den Advent“, erkläre ich. „Der kommt nämlich früher, als man denkt.“
Meine
Tochter blinzelt in die Sonne. „Der Advent kommt meines Wissens immer im
Dezember.“
„So
ist das!“, antworte ich. „Aber für die Hersteller von Schokoladennikoläusen
oder Lebkuchen und auch für Menschen, die vierundzwanzig Geschichten schreiben
wollen, beginnt er deutlich früher. Das braucht nämlich alles Vorlauf und
Planung … und in meinem Fall ziemlich viele Notizen.“
„Notizen?“
„Ja“,
bestätige ich, „viiiieeeele Notizen, denn auch in diesem Jahr wird es in meinem
Blog wieder einen Geschichten-Adventskalender geben.“
Da
war es ausgesprochen. Nicht zwischen Tannengrün und Kerzenschein, sondern
zwischen Pool und Sonnenhut. Aber manchmal nehmen die schönsten Weihnachtsideen
eben genau dort ihren Anfang, wo niemand mit ihnen rechnet.
Meine
Tochter schweigt einen Moment. Dann grinst sie. „Also sitzt du am Pool und
denkst dir Adventsgeschichten aus?“
„Ganz
genau.“
„Und
deshalb Weihnachtslieder?“
„So
ist es … und ich weiß auch schon, dass es in diesem Jahr um Claudia und ihre
Erlebnisse im Dezember gehen wird“, erwidere ich mit Stolz in der Stimme.
Sie
schüttelt den Kopf und sagt, bevor sie sich von der Luftmatratze in den Pool
fallen lässt: „Na dann hoffe ich mal, dass Claudia Schwimmflügel hat.“
‚Die
wird sie nicht brauchen‘, denke ich, ‚aber Mut, den braucht sie. Und am Ende
hat sie vielleicht mehr Advent im Herzen, als sie am Anfang für möglich gehalten
hätte.‘
Im
vergangenen Dezember gab es hier jeden Tag ein neues Stück einer fortlaufenden Geschichte
zu lesen. Ein Türchen nach dem anderen öffnete sich und gemeinsam sind wir
durch den Advent gegangen. Und weil mir das Planen und Schreiben und natürlich
auch das gemeinsame Warten auf den nächsten Tag so viel Freude gemacht hat,
wird es auch in diesem Jahr wieder einen Geschichten-Adventskalender geben. Diesmal
begleiten wir Claudia.
Claudia
bekommt am 1. Advent von ihrer Freundin einen selbstgemachten Adventskalender
geschenkt. Aber hinter jedem Türchen wartet nicht etwa ein Stückchen Schokolade
oder ein achtsamer Spruch, nein hinter jedem Türchen steckt eine kleine Herausforderung
für Claudia … und ihr dürft sie Tag für Tag dabei begleiten, wenn ihr mögt!
Damit
ist es also offiziell: Während draußen noch Sommer ist, wächst hier schon leise
der Advent heran.
Noch
riecht es mehr nach Chlor als nach Zimt, aber in meinem Kopf hat der Advent
bereits begonnen – und das wollte ich euch gerne wissen lassen.
Und
wenn ihr im Dezember wieder Lust habt, jeden Tag ein kleines Türchen aus Worten
zu öffnen, dann freue ich mich schon jetzt, wenn ihr Claudia durch ihren
besonderen Advent begleitet … und bis dahin summe ich weiter … recht leise,
aber mit allen Kugeln am Christbaum! 😉