Am vergangenen Wochenende war es echt heiß und ich gestehe: auch mir war es viiiiieeeeel zu warm und auch ich habe darüber gejammert. Aber irgendwie ist es ja immer zu warm, zu kalt, zu nass oder zu trocken … nicht wahr? Das arme Wetter kann es uns Menschen einfach nicht recht machen. Ob sich die Tiere an diesen Tagen auch menschlich verhalten? Ich habe darüber eine Geschichte geschrieben und wünsche dir nun viel Freude beim Lesen.
Die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel herab und verwandelte die Erde in
einen glühenden Pizzaofen. Selbst im Stadtwald herrschten fast 36 Grad im
Schatten.
Rufus, ein sichtlich übergewichtiger Berner Sennenhund, lag langgestreckt
auf einer staubigen Lichtung. Er hechelte besorgniserregend. „Es ist
unmenschlich“, jaulte er, "ich
habe das Gefühl, dass ich gleich dahin schmelze. Kann mir mal bitte jemand
meinen Pelz ausziehen?“
Während er das sagte, nestelte er an seinem Bauch herum, so als suche er
einen Reißverschluss oder eine Klettverbindung. „Wer hat dieses Design überhaupt
genehmigt?“, fragte er lautstark und richtete seinen Blick Richtung Himmel. „Das
ist eine absolute Fehlplanung!“
Ein paar Meter weiter saß die Perserkatze Penelope auf einem verdorrten Ast
und wedelte sich mit einem großen Kastanienblatt Luft zu. „Ach, schweig still,
Rufus“, maunzte sie. „Mein Pelz fühlt sich an wie eine lebendige Heizdecke auf
Stufe drei. Und das Schlimmste? Kein Zweibeiner spendiert uns ein Eis.“
„Hör mir bloß auf mit denen“, mischte sich ein Waschbär namens Willy ein,
der schweißgebadet hinter einem Baumstamm hervorkroch. „Ich war letztens im
Wohngebiet unterwegs. Keine einzige Wasserschale weit und breit! Nichts! Ich
habe extra traurig vor einem Terrassenfenster gestanden und demonstrativ meine
Zunge herausgestreckt. Aber was machen die Menschen? Sie fotografieren mich für
dieses Insta-dings und rufen: 'Ach wie süß, der Kleine will bestimmt spielen!'
Aber ich wollte nicht spielen. Ich wollte kaltes Wasser … oder noch besser: Eiswürfel!“
Das Jammern und Jaulen erreichte nun seinen Höhepunkt.
„Früher gab es hier mehr Schatten“, krächzte eine alte Krähe von einem Ast.
„Wisst ihr noch, dass dort drüben, wo jetzt ein Parkplatz ist, eine alte Eiche
stand? Heute wird man dort gegrillt wie eine Bratwurst auf dem Rost. Aber
darüber denken die Menschen in ihren klimatisierten Blechkisten natürlich nicht
nach.“
„Wir müssen eine Beschwerde einreichen“, forderte Rufus und versuchte, sich
auf die Seite zu rollen, gab es aber wegen akuter Trägheit sofort wieder auf. „Wir
sollten fordern, dass die Sonne nach elf Uhr morgens nicht mehr scheinen darf …
oder zumindest eine Rasur-Pflicht für alle Tiere mit Fell ab Juni.“
Penelope schnaubte verächtlich. „Rasierpflicht und wer soll das machen …
ich will schließlich nicht aussehen, wie ein gerupftes Huhn.“
„Hey!“, ertönte eine empörte Stimme. Ein Huhn, das aus dem nahen
Bauernhof geflohen war, um im Wald Abkühlung zu suchen, blickte beleidigt. „Auch wir Hühner haben Würde! Obwohl ich zugeben muss … diese Federn
sind heute wie ein Daunenbett. Ich überlege ernsthaft, mich in den Tiefkühler
des Bauern zu schleichen.“
Und so schleppten sich die Stunden dahin wie zäher Honig. Die Tiere
jammerten über die Hitze und über die Fliegen, die viel zu aktiv waren, und darüber,
dass der Stadtwald begann, nach nassem Hund zu riechen.
Doch als die Sonne unterging, kam plötzlich ein leichter Wind auf und Plopp
… ein erster Regentropfen landete sacht auf Rufus Nase. Weitere folgten … Plopp
… Plopp … Plopp!
Und dann gab es kein Halten mehr. Der Himmel öffnete seine Schleusen und
ein herrlicher, erfrischender Sommerregen prasselte auf den Stadtwald nieder.
Die Tiere stellten sich unter die wohltuende Dusche und machten ein
Freudentänzchen. Das Huhn gackerte lautstark und spannte seine Flügel vor Glück
weit auf.
Und als der Regen aufhörte, lagen alle Tiere überglücklich im nassen Gras.
Mit dem leisen Konzert der Grillen im Hintergrund schliefen die Tiere friedlich
ein – bereit für den nächsten heißen Tag und die nächste Mecker-Stunde.
© Martina Pfannenschmidt, 2026
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